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Der Wichtel zieht ein: der beste Termin

23. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Ein Mädchen mit blauer Zipfelmütze sitzt im Schnee vor einer roten Tür mit Türkranz, neben ihr steht eine brennende Laterne

Die Nacht zum 1. Dezember. Das ist der Termin, der für die meisten Familien funktioniert, und er hat zwei praktische Gründe: Der Einzug fällt mit dem Adventskalender zusammen, und das Ende am 24. Dezember ergibt sich von selbst.

Es gibt trotzdem gute Argumente für andere Termine. Was ihr euch mit jedem einhandelt, steht hier.

Die drei üblichen Termine

TerminDauerSpricht dafürSpricht dagegen
Nacht zum 1. Dezember24 Tagefällt mit dem Adventskalender zusammen, klares Endegenau 24 Abende, an denen etwas passieren muss
Nacht zum 6. Dezember19 Tageknüpft an den Nikolaus an, fünf Abende wenigerder Adventsanfang bleibt leer
Ende November26–30 Tageder Wichtel kann sich „einrichten”die längste Strecke, und sie beginnt vor der Adventsstimmung

Warum der 1. Dezember meistens gewinnt

Der Tag ist ohnehin besetzt. Am 1. Dezember stehen Kinder früher auf als sonst, weil der Adventskalender wartet. Ein Wichtel, der in dieser Nacht einzieht, trifft auf die höchste Aufmerksamkeit des ganzen Monats.

Das Ende ist selbsterklärend. Am 24. reist der Wichtel zurück in den Norden. Niemand muss sich überlegen, wann Schluss ist — und dieses Problem ist größer, als es klingt. Ein Wichtel ohne Abschiedsdatum bleibt entweder bis Februar oder verschwindet sang- und klanglos.

Vierundzwanzig ist eine Zahl, die man planen kann. Bücher, Kalender und Ideenlisten sind auf 24 Tage ausgelegt.

Wann der Nikolaus der bessere Termin ist

Wenn ihr ehrlich mit euch seid und vierundzwanzig Abende viel finden: Nehmt den 6. Dezember.

Neunzehn Tage sind eine deutlich entspanntere Strecke, und für Kinder macht es keinen Unterschied — sie vergleichen nicht mit dem Vorjahr, und sie zählen nicht mit. Der Nikolaus gibt dem Einzug sogar eine hübsche Begründung: Der Wichtel ist mit ihm mitgekommen.

Der Nachteil: Die erste Adventswoche ist dann wichtelfrei. Wenn Geschwister oder Kinder aus der Kita schon am 1. Dezember erzählen, dass bei ihnen einer eingezogen ist, braucht ihr eine Antwort. „Unserer kommt mit dem Nikolaus” reicht völlig — aber man sollte sie parat haben.

Wovon wir abraten

Vom 24. Dezember rückwärts zu rechnen und Ende November anzufangen. Das klingt charmant — der Wichtel richtet sich ein, packt aus, gewöhnt sich ans Haus. In der Praxis verlängert es die Strecke auf bis zu dreißig Abende, und die letzten zehn davon fallen in genau die Zeit, in der ohnehin am meisten los ist.

Von einem Einzug ohne festes Ende. Wer nicht weiß, wann der Wichtel geht, hat irgendwann einen Wichtel, der nicht geht. Und ein Abschied, der stattfindet, ist für Kinder deutlich besser als einer, der einfach ausbleibt.

Was in der Einzugsnacht passieren muss

Der Einzug ist der wichtigste Moment des ganzen Advents. Er entscheidet, ob euer Kind die Geschichte annimmt. Drei Dinge gehören dazu:

1. Ein Ankunftsbrief. Der Wichtel stellt sich vor, erzählt von seiner Reise und nennt die Regeln — aus seiner Sicht, nicht als Elternansage. Das ist der eigentliche Beginn.

2. Eine kleine Spur. Ein paar Fußabdrücke aus Puderzucker, die von der Tür wegführen. Etwas, das beweist, dass jemand gegangen ist.

3. Etwas, das bleibt. Ein Steinchen, eine Feder, ein Zettel. Kinder sammeln so etwas.

Mehr braucht es nicht. Der erste Tag darf klein sein — er muss nur echt wirken.

Der Fehler, der sich am teuersten rächt

Zu groß anzufangen.

Der Wichtel, der am 1. Dezember eine Seilbahn quer durchs Wohnzimmer gebaut hat, steht am 3. Dezember vor einem Problem. Die Erwartung ist gesetzt, und dreiundzwanzig weitere Abende in diesem Format hält keine Familie durch.

Plant umgekehrt: drei bis vier Minuten pro Abend, Material aus dem Haushalt, und ein paar aufwendigere Ideen für die Wochenenden.

Und die Regeln?

Die kommen gleich am ersten Tag, und zwar aus dem Mund des Wichtels. Fünf Sätze reichen:

  1. Die Wichteltür bleibt immer geschlossen.
  2. Den Wichtel fasst man nie an — sein Zauber ist zerbrechlich.
  3. Wer den Wichtel sucht, sucht mit den Augen, nicht mit den Händen.
  4. Nachts reist der Wichtel zum Weihnachtsmann und kommt immer zurück.
  5. Der Wichtel liebt Lachen, Helfen und kleine gute Taten.

Regel drei ist die praktischste: Aus ihr wird jeden Morgen ein Suchspiel, ganz ohne Aufwand für euch. Regel fünf ist die wichtigste, weil sie den Ton setzt — dieser Wichtel petzt nicht und führt kein Punktekonto über Bravsein.

Wenn ihr den Rest schon fertig haben wollt

Unsere Bücher 3 Minuten Wichteltür-Ideen beginnen genau hier: mit dem Ankunftsbrief für die Nacht zum 1. Dezember, den fünf Regeln als Poster zum Aufhängen und einem Steckbrief, in den euer Kind seinen Wichtel einträgt.

Danach folgen 24 Tage mit fertigen Briefen im Wortlaut, über 40 Ideen, eine Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴 über jedem Tag und Notfallbriefe für die Abende, an denen nichts mehr geht.

Zwei Ausgaben: mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele. Je 141 Seiten, 14,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8. Was ihr an Ausstattung braucht, steht im Zubehör-Überblick — es ist weniger, als man denkt.