Die Wichtel ziehen ein: ein Wichtel für zwei Kinder?
24. September 2026 · 6 Min. Lesezeit
Sobald mehr als ein Kind im Haus wohnt, stellt sich die Frage: ein Wichtel für alle oder einer pro Kind?
Die kurze Antwort: einer für alle — mit zwei Ausnahmen.
Warum ein Wichtel meistens besser ist
Ein gemeinsamer Wichtel gehört dem Haushalt, nicht einem Kind. Damit ist die häufigste Streitfrage vom Tisch, bevor sie gestellt wird: Wem gehört er? Wer darf ihn anfassen? Warum hat er heute bei ihr geschlafen?
Dazu kommt der Aufwand. Zwei Wichtel heißen zwei Verstecke, zwei Briefe, zwei Ideen — jeden Abend. Das hält niemand vier Wochen durch, und der erste, der ausfällt, macht die ganze Geschichte kaputt.
Die zwei Ausnahmen
Großer Altersabstand. Ein Sechsjähriger und ein Zehnjähriger wollen verschiedene Dinge. Der eine will Spuren im Schnee, der andere ein Rätsel. Ein Wichtel, der beides bedient, wirkt für beide halb passend. Zwei Wichtel mit unterschiedlichem Charakter lösen das — einer schreibt kurz und macht Unsinn, einer schreibt länger und stellt Fragen.
Getrennte Kinderzimmer mit eigenem Ritual. Wenn beide Kinder abends allein in ihrem Zimmer vorgelesen bekommen, funktioniert ein Wichtel je Zimmer besser als einer im Flur.
Wie ein Wichtel für mehrere Kinder schreibt
Drei Regeln, und der Rest ergibt sich:
Er spricht beide an, aber nicht gleichzeitig. „Liebe Mia, lieber Ben” in jedem Brief wird schnell leer. Besser: Er richtet sich an einem Tag an das eine, am nächsten an das andere, und an manchen Tagen an beide.
Er zählt nicht ab. Kein „heute ist Ben dran”. Kinder merken sofort, wenn ein Wichtel eine Liste führt.
Er gibt Aufgaben, die nur zusammen gehen. Etwas suchen, das nur zu zweit zu finden ist. Das ist der eigentliche Gewinn eines gemeinsamen Wichtels — er macht die Kinder zu Verbündeten statt zu Konkurrenten.
Die Figur, über die gestritten wird
Sie wird angefasst. Immer. Egal, welche Regel ihr aufstellt.
Zwei Möglichkeiten, damit umzugehen:
Die Regel des Wichtels. Er selbst schreibt im ersten Brief, dass seine Kraft weg ist, wenn man ihn anfasst. Das funktioniert gut — aber es endet irgendwann in Tränen, wenn ein Kind ihn versehentlich berührt.
Die freundlichere Fassung: Anfassen ist erlaubt, Umsetzen nicht. „Er sucht sich seinen Platz selbst aus.” Damit ist die Figur kein Tabu, und trotzdem bleibt sie morgens dort, wo ihr sie hingesetzt habt.
Die fünf Regeln, die sich bewährt haben, stehen gesammelt in Die fünf Wichtel-Regeln zum Aufhängen.
Wenn ein Kind deutlich älter ist
Ab etwa acht Jahren ahnen Kinder, was los ist. Sie spielen trotzdem mit, wenn man sie lässt — und am besten funktioniert es, wenn man sie auf die andere Seite holt: Das ältere Kind darf beim Ausdenken helfen und wird Mitwisser. Mehr dazu in Wichtel für größere Kinder.
Der Plan für die 24 Abende
Unsere Bücher 3 Minuten Wichteltür-Ideen liefern genau diesen Teil — mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele: 24 fertige Briefe im Wortlaut mit Namensfeld, über 40 Ideen, eine Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴 über jedem Tag, ein „ohne Material”-Zeichen und Notfallbriefe für die Abende, an denen nichts mehr geht. 141 Seiten, alle farbig, 16,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8.