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Fips oder Nele? Die ehrliche Gegenüberstellung

21. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Eine Reihe von Wichteln mit grünen Zipfelmützen läuft hintereinander über einen Holzboden, angeführt von einem kleineren Wichtel

Es gibt 3 Minuten Wichteltür-Ideen in zwei Ausgaben: eine mit dem Wichtel Fips für Jungs, eine mit der Wichtelin Nele für Mädchen. Die naheliegende Frage lautet, ob das nicht dasselbe Buch mit getauschtem Cover ist.

Die ehrliche Antwort: Der Aufbau ist identisch, die Ausgestaltung nicht. Jeder der 24 Tage hat in beiden Büchern dieselbe Grundmechanik — an Tag 5 versteckt sich der Wichtel, an Tag 15 verschläft er, an Tag 23 bedankt er sich. Was sich unterscheidet, ist jedes Mal, wie das aussieht, und alle 24 Briefe sind eigenständig geschrieben.

Hier steht genau, was gleich ist und was nicht — damit niemand zwei Bücher kauft, der eines braucht.

Was in beiden Büchern identisch ist

  • 24 Tage, vom Einzug bis zum Abschied, in derselben Abfolge
  • 24 fertige Briefe im Wortlaut, jeder mit Feld für den Namen des Kindes
  • Über 40 Ideen inklusive Ideenfundus
  • Die Aufwand-Ampel 🟢 unter einer Minute, 🟡 etwa drei Minuten, 🔴 länger
  • Das „ohne Material”-Zeichen
  • Notfallbriefe für Abende, an denen nichts mehr geht
  • Die fünf Wichtel-Regeln als Poster und ein Steckbrief zum Ausfüllen
  • 141 Seiten, 14,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8, nur als Taschenbuch

Wenn ihr also überlegt, ob die eine Ausgabe „mehr” enthält: Nein. Sie sind gleich umfangreich.

Was Fips anders macht

Fips ist ein Wichtel, der Aufträge verteilt. Sein Ton ist lauter, sein Humor direkter, und seine Tage laufen oft auf ein Tun hinaus.

  • Er schreibt in Wichtel-Aufträgen: „Verteile drei ehrliche Komplimente an Menschen, die du magst. Wer Freude verschenkt, dem wachsen unsichtbare Wichtelflügel — ich zähle sie heute Nacht!”
  • Seine Streiche sind werkstattartig: Wackelaugen auf Fahrzeuge und Werkzeug, eine Parade quer durchs Wohnzimmer, eine Schatzsuche
  • Er nennt das Kind „Abenteurer” und „Entdecker”
  • Sein Buch endet auf Mut und Erinnerung

Kurz: Fips passt zu Kindern, die etwas machen wollen.

Was Nele anders macht

Nele ist leiser. Ihre Tage laufen häufiger auf ein Bemerken hinaus als auf ein Tun.

  • Sie schreibt in Bildern: „Jedes ehrliche Danke funkelt für mich wie ein kleiner Stern — und heute Nacht sammle ich sie alle ein.”
  • Ihre Ideen arbeiten mit Licht, Sternen und Spuren: ein Sternen-Mobile, eine Zuckerspur durch den Flur, Papierschneeflocken am Fenster
  • Sie nennt das Kind „du Liebe”
  • Ihre Streiche haben dieselbe Mechanik, aber andere Orte: die Wackelaugen landen bei ihr in der Küche und im Obstkorb, bei Fips auf Fahrzeugen und Werkzeug

Kurz: Nele passt zu Kindern, die gern zuhören und entdecken.

Sechs Tage im direkten Vergleich

Damit der Unterschied greifbar wird — sechs von vierundzwanzig Tagen, so wie sie in den beiden Büchern heißen:

TagFipsNele
2Der Komplimente-AuftragDer Danke-Zauber
6SternenwerkstattSchneeflocken-Zauber
8Der leise HelferDas große Herz
13Die große ParadeDas Kuscheltier-Kränzchen
17Laternen-BauEin Sternen-Mobile
21Die SchatzsucheDer Sternenspur-Suchweg

Man sieht das Muster: dieselbe Stelle im Advent, dieselbe Art von Tag — aber bei Fips ein Unternehmen und bei Nele ein Bild.

Der Unterschied, den niemand erwähnt

Beide Wichtel haben ein unterschiedliches Geschlecht, und das zieht sich durch alle Briefe. Fips ist ein Wichtel, Nele eine Wichtelin. Für manche Kinder ist das der eigentliche Punkt — sie wollen eine Figur, die ist wie sie.

Für andere spielt es keine Rolle. Es gibt keinen Grund, warum ein Junge nicht Neles Ausgabe haben sollte oder umgekehrt. Die Zuordnung auf dem Cover ist ein Angebot, keine Vorschrift.

Auch die Bilder sind verschieden

Das gehört zur ehrlichen Gegenüberstellung: Die beiden Bücher sehen deutlich unterschiedlich aus.

Fips ist kräftig und cartoonhaft illustriert, mit klaren Farben. Nele ist in weichem, aquarelligem Stil gehalten, deutlich ruhiger. Blättert vor dem Kauf durch die Leseprobe — manche Familien entscheiden sich allein danach.

Welches nehmen?

Wenn …dann
euer Kind gern baut, sucht und Aufträge magFips
euer Kind gern zuhört, sammelt und Geschichten magNele
ihr zwei Kinder habt, jedes mit eigener Türbeide
ihr zwei Kinder habt, eine gemeinsame Türeines — zwei Wichtel an einer Tür wird unübersichtlich
ihr unsicher seiddas mit dem Cover, das eurem Kind besser gefällt

Der letzte Punkt ist nicht flapsig gemeint. Das Cover ist das Erste, was euer Kind sieht, und die Vorfreude beginnt dort.

Was gegen beide spricht

Damit es vollständig ist:

Wer gern selbst erfindet, braucht keines von beiden. Wenn das Ausdenken für euch der schöne Teil ist, nimmt euch ein fertiges Tagesbuch etwas weg.

Ab neun Jahren ist der Ton zu jung. Beide Ausgaben sind für 3 bis 8 geschrieben.

Tür und Figur sind nicht dabei. Das Buch ist der Plan, nicht die Ausstattung — was ihr sonst noch braucht, steht im Zubehör-Überblick.

Zwei Bücher lohnen sich selten. Da der Aufbau identisch ist, bekommt ihr beim zweiten Kauf vor allem andere Briefe. Für ein zweites Kind mit eigener Tür ist das sinnvoll — als Ergänzung für dasselbe Kind nicht.