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Wichtel-Experimente für den Küchentisch

11. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Ein Wichtel mit grüner Zipfelmütze steht an einem Fenster und hält etwas Leuchtendes in der Hand, daneben hängen Papiersterne

Ein Wichtel, der über Nacht ein Experiment aufgebaut hat, ist eine der schönsten Varianten — weil morgens nicht nur etwas passiert ist, sondern etwas passiert.

Sechs Versuche, alle mit Dingen aus dem Küchenschrank, alle in unter fünf Minuten vorbereitet. Und jeweils die Erklärung, die auch wirklich stimmt — Kinder fragen nach.

1. Der tanzende Rosinen-Trick

Der Wichtel legt bereit: ein Glas, Mineralwasser mit Kohlensäure, eine Handvoll Rosinen. Was passiert: Die Rosinen sinken, steigen wieder auf, sinken wieder — minutenlang. Warum: Kohlensäurebläschen setzen sich an der rauen Oberfläche fest und tragen die Rosine nach oben. Oben platzen sie, die Rosine sinkt. Vorbereitung: 1 Minute.

2. Die Geheimschrift

Der Wichtel legt bereit: ein Blatt mit unsichtbarer Schrift (mit Zitronensaft und Wattestäbchen geschrieben, getrocknet) und einen Hinweis, es ans Fenster in die Sonne zu legen oder vorsichtig zu erwärmen. Warum: Zitronensaft verkohlt bei geringerer Temperatur als Papier und wird braun. Vorbereitung: 3 Minuten, davon zwei Minuten Trocknen.

3. Die Farben, die auseinanderlaufen

Der Wichtel legt bereit: einen Kaffeefilter, einen schwarzen wasserlöslichen Filzstift, ein flaches Wasserglas. Was passiert: Ein schwarzer Punkt am unteren Rand zerfällt in Blau, Rot und Gelb, wenn das Wasser hochkriecht. Warum: Die Farbanteile werden unterschiedlich schnell mitgetragen. Vorbereitung: 2 Minuten.

4. Der schwimmende Pfeffer

Der Wichtel legt bereit: einen Teller Wasser, gemahlenen Pfeffer darauf, ein Stückchen Seife. Was passiert: Berührt man das Wasser mit der Seife, fliehen die Pfefferkörner schlagartig zum Rand. Warum: Seife setzt die Oberflächenspannung herab, das Wasser zieht sich nach außen zusammen und nimmt den Pfeffer mit. Vorbereitung: 1 Minute.

5. Der Eiswürfel am Faden

Der Wichtel legt bereit: ein Glas Wasser mit Eiswürfel, einen Faden, ein Salzstreuer. Was passiert: Faden auf den Eiswürfel legen, salzen, kurz warten — der Würfel hängt am Faden. Warum: Salz schmilzt die Oberfläche, das Schmelzwasser gefriert um den Faden herum wieder fest. Vorbereitung: 1 Minute.

6. Die Wolke im Glas

Der Wichtel legt bereit: ein Glas mit heißem Wasser, einen Teller mit Eiswürfeln als Deckel. Was passiert: Zwischen Wasser und Deckel bildet sich sichtbarer Nebel. Warum: Warmer Wasserdampf trifft auf Kälte und kondensiert — genau wie eine echte Wolke. Vorbereitung: 2 Minuten, braucht aber Aufsicht.

Was dazugehört

Ein Brief mit Anleitung. Der Wichtel erklärt, was zu tun ist — nicht die Eltern. Das ist der Unterschied zwischen einem Experiment und einer Schulaufgabe:

Ich habe heute Nacht etwas Verrücktes ausprobiert! Leg den Faden auf den Eiswürfel, streu ein bisschen Salz darüber und zähl bis zwanzig. Dann zieh vorsichtig. Klappt es? Bei mir hat es dreimal nicht geklappt, bevor es geklappt hat.

Der letzte Satz ist der wichtigste: Er nimmt den Druck, dass es beim ersten Mal gelingen muss.

Ab welchem Alter

Ab etwa fünf. Jünger fehlt die Geduld, und die Erklärung läuft ins Leere. Ab sieben wird es richtig interessant, weil Kinder dann selbst Vermutungen anstellen.

Bei allem mit heißem Wasser: nur mit Aufsicht.

Und der Rest des Advents

Experimente sind schön für zwei, drei Tage. Vierundzwanzig davon wären zu viel — es braucht die Mischung aus Streich, Auftrag, Bastelei und ruhigem Gruß.

Unsere Bücher 3 Minuten Wichteltür-Ideen liefern genau diese Mischung: über 40 Ideen über 24 Tage verteilt, jeder Tag mit fertigem Brief im Wortlaut und Namensfeld, Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴, „ohne Material”-Zeichen und Notfallbriefen.

Zwei Ausgaben, mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele. Je 141 Seiten, alle farbig, 14,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8.

Ehrlich dazu: Die sechs Experimente oben stehen nicht in den Büchern — sie sind eine Ergänzung für Familien, die gern tüfteln.