Ein Wichtel zieht in die Kita ein
18. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
In einer Gruppe funktioniert die Wichtelzeit anders als zu Hause. Mehr Kinder, sehr unterschiedliche Alter, keine Abende zum Vorbereiten — und Eltern, die abends gefragt werden, warum zu Hause kein Wichtel wohnt.
Drei Anpassungen machen den Unterschied.
1. Der Brief geht an die Gruppe, nicht an ein Kind
Zu Hause ist der Name des Kindes das Wichtigste am Brief. In der Kita ist er das Problem — wer genannt wird, ist ausgewählt, und die anderen sind es nicht.
Stattdessen:
Guten Morgen, ihr Bärengruppen-Kinder!
Und wenn einzelne Kinder vorkommen, dann alle über die Wochen verteilt — mit einer Liste, damit niemand vergessen wird.
2. Der Wichtel arbeitet morgens, nicht nachts
Zu Hause passiert alles über Nacht. In der Kita gibt es keinen Abend, an dem jemand da ist.
Was sich bewährt: Die Erzieherin oder der Erzieher bereitet morgens vor, bevor die Kinder kommen. Fünf Minuten reichen. Der Wichtel war dann „ganz früh da, vor allen anderen” — das funktioniert genauso gut.
Wer freitags vorbereitet, deckt Montag gleich mit ab.
3. Aufträge für die Gruppe statt für einzelne
Die schönsten Wichteltage in der Kita sind die mit einem gemeinsamen Auftrag:
- Heute sagt jedes Kind einem anderen etwas Nettes
- Heute räumt die Gruppe eine Ecke auf, die der Wichtel „nicht schafft”
- Heute sammelt ihr zwanzig Dinge, die rot sind
- Heute singt ihr ein Lied für die Wichtel im Norden
Das funktioniert altersübergreifend und braucht kein Material.
Was in der Gruppe gut läuft
Die Suchspiele. Der Wichtel sitzt morgens woanders — bei zwanzig Kindern findet ihn immer jemand, und die Aufregung trägt den ganzen Morgen. Zehn Sekunden Vorbereitung.
Die Briefe zum Vorlesen. Im Morgenkreis ist Vorlesen ohnehin gesetzt. Der Wichtelbrief passt genau dorthin.
Gemeinsames Basteln. Was zu Hause ein aufwendiger Wochenendtag wäre, ist in der Kita Regelprogramm.
Was schwierig ist
Die Figur. Zwanzig Kinder, die alle anfassen wollen. Die Regel „Den Wichtel fasst man nie an — sein Zauber ist zerbrechlich” ist in der Gruppe noch wichtiger als zu Hause. Eine Tür an einer Stelle, die man sieht, aber nicht gut erreicht, hilft zusätzlich.
Die Altersspanne. Ein Dreijähriger und ein Sechsjähriger brauchen unterschiedliche Briefe. Der Kompromiss: kurz und konkret schreiben — das versteht der Jüngere, und dem Älteren ist es nicht zu albern, solange der Auftrag interessant ist.
Die Frage nach Hause. „Warum haben wir keinen Wichtel?” kommt garantiert. Es hilft, die Eltern vorher zu informieren — dann sind sie vorbereitet.
Die fünf Regeln gelten auch hier
- Die Wichteltür bleibt immer geschlossen
- Den Wichtel fasst man nie an
- Wer ihn sucht, sucht mit den Augen
- Nachts reist er zum Weihnachtsmann und kommt immer zurück
- Er liebt Lachen, Helfen und kleine gute Taten
Regel fünf ist in der Gruppe besonders wichtig: Ein Wichtel, der beobachtet, wer brav war, ist in einer Kita keine gute Idee. Ausführlich unter Die fünf Wichtel-Regeln.
Was ihr an Material braucht
Sehr wenig — und das ist in der Kita entscheidend, weil Budget und Zeit knapp sind.
Eine Tür, eine Figur, Wackelaugen, ein abwischbarer Kreidestift. Der Rest ist ohnehin da: Kuscheltiere, Papier, Scheren, Bauklötze.
Unsere Bücher 3 Minuten Wichteltür-Ideen liefern den Plan: 24 fertige Briefe im Wortlaut, über 40 Ideen mit Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴 und Altersangabe je Tag, ein „ohne Material”-Zeichen und Notfallbriefe.
Zwei Ausgaben, mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele. Je 141 Seiten, alle farbig, 14,99 €.
Ehrlich dazu: Die Bücher sind für zu Hause geschrieben. Die Briefe sprechen ein einzelnes Kind an und haben ein Namensfeld — für die Gruppe müsst ihr die Anrede ändern. Die Ideen und der Aufbau funktionieren unverändert.