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Wichtelbriefe blanko: Vorlage und Papier

03. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Ein Mädchen mit blauer Zipfelmütze hält ein selbst gemaltes Bild mit einem Wichtel darauf in die Höhe

Blanko-Wichtelbriefe lösen genau ein Problem: das Papier. Den Text müsst ihr weiterhin selbst schreiben — und das ist der Teil, der abends die Zeit frisst.

Trotzdem lohnt sich der Aufwand, wenn die Briefe handgeschrieben aussehen sollen. Wichtig sind drei Dinge: die Größe, das Papier und die Handschrift. Alles andere ist Dekoration.

Die Größe entscheidet mehr als das Papier

Ein Wichtel ist wenige Zentimeter groß. Ein DIN-A4-Blatt in seiner Hand sieht aus wie ein Bettlaken.

Die richtige Größe liegt bei etwa A6 oder kleiner — also eine Postkarte oder ein Viertel eines A4-Blattes. Wer es genau nimmt, geht auf A7 herunter. Das hat zwei Vorteile: Es sieht richtig aus, und es begrenzt automatisch die Textlänge.

Denn ein guter Wichtelbrief hat vier bis sechs Sätze. Auf ein kleines Blatt passt nicht mehr, und das ist keine Einschränkung, sondern eine Hilfe.

Welches Papier nach Wichtel aussieht

Von einfach nach aufwendig:

Naturpapier oder Recyclingpapier. Leicht gräulich, leicht rau. Kostet fast nichts und wirkt sofort anders als weißes Druckerpapier.

Mit Tee oder Kaffee eingefärbt. Ein Blatt kurz durch kalten schwarzen Tee ziehen, trocknen lassen, glatt pressen. Ergibt ein warmes Altpapier-Gelb. Zehn Blätter auf einmal machen, dann reicht es für den ganzen Advent.

Gerissene statt geschnittene Kanten. Das Blatt nicht mit der Schere teilen, sondern an einem Lineal reißen. Die faserige Kante macht optisch mehr aus als jede Verzierung.

Angekokelte Ränder. Sieht großartig aus, riecht nach Rauch und ist mit Kindern im Haus die Variante, von der wir abraten.

Was ihr nicht braucht: Goldrand, Sticker, Siegelwachs. Ein Wichtel hat keine Sammelmappe.

Die Handschrift — drei Wege

Das ist der Punkt, an dem Kinder Verdacht schöpfen. Sie kennen eure Schrift besser, als ihr denkt.

1. Die andere Hand. Wer rechts schreibt, schreibt links. Sieht ungeübt und krakelig aus, also genau richtig für jemanden mit sehr kleinen Händen. Dauert etwas länger, funktioniert aber ohne Vorbereitung.

2. Druckbuchstaben, sehr klein. Schnell, gut lesbar auch für Erstleser, und deutlich weiter weg von eurer normalen Schrift als Schreibschrift.

3. Ein anderer Stift. Ein dünner Fineliner oder ein brauner Stift statt Kugelschreiber. Allein die Farbe verändert den Eindruck stark.

Der praktischste Rat: Schreibt mehrere Briefe auf einmal vor. An einem ruhigen Abend fünf oder sechs — dann ist die Handschrift über mehrere Tage gleich, und ihr spart euch die Hektik.

Was Blanko-Briefe nicht lösen

Und hier liegt die Einschränkung, die man vor dem Kauf kennen sollte:

Der Text fehlt. Sich um halb zehn einen Brief auszudenken, der klingt wie ein Wichtel und nicht wie ein müder Erwachsener, ist der eigentliche Aufwand — nicht das Hinlegen.

Die Idee fehlt auch. Ein Brief allein beantwortet nicht, was der Wichtel getan haben soll.

Der Ton schwankt. Über vierundzwanzig Tage selbst geschriebene Briefe klingen fast zwangsläufig unterschiedlich. Kinder merken das.

Blanko-Papier ist also die richtige Wahl, wenn ihr gern schreibt und nur das Material sucht. Wer abends keine Zeit hat, kauft damit das falsche Ding.

Die Alternative: fertige Briefe

Unsere Bücher 3 Minuten Wichteltür-Ideen enthalten 24 Briefe im Wortlaut, jeden zu einer konkreten Idee des Tages, jeden mit einem Feld für den Namen eures Kindes — zum Vorlesen oder zum Heraustrennen.

Zwei Ausgaben mit unterschiedlichem Ton: Fips schreibt in Aufträgen und Abenteuern, Nele leiser, mit Sternen und Dankbarkeit. Je 141 Seiten, alle farbig, 14,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8.

Der ehrliche Hinweis dazu: Heraustrennen heißt, ein Buch zu zerschneiden. Manche Eltern bringen das nicht übers Herz. Dann bleibt das Vorlesen — oder ihr nehmt die Texte aus dem Buch und schreibt sie auf euer eigenes Blanko-Papier ab. Das ist der Mittelweg, den viele wählen: Der Text ist fertig, die Handschrift echt.