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Wichtelbriefe zum Ausschneiden: lohnt das?

13. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Ein Wichtel mit grüner Zipfelmütze kniet neben einem großen Blatt Papier am Boden, auf dem eine Karte gezeichnet ist

„Zum Ausschneiden” klingt praktisch und bedeutet konkret: Ihr zerschneidet ein Buch. Manche Eltern bringen das nicht übers Herz, und das ist ein legitimer Einwand.

Es gibt drei Wege, und alle drei funktionieren. Welcher zu euch passt, hängt davon ab, was euch wichtiger ist.

Warum Heraustrennen stärker wirkt

Ein Papier, das morgens neben der Tür liegt, ist ein Gegenstand. Man kann es anfassen, aufheben, in eine Schachtel legen. Viele Kinder sammeln die Briefe über den ganzen Advent und holen sie im nächsten Jahr wieder hervor.

Ein vorgelesener Brief verschwindet, sobald er gelesen ist. Der Inhalt ist derselbe, der Effekt nicht.

Dazu kommt der Fundcharakter: Der Wichtel hat etwas hinterlassen. Das funktioniert nur mit etwas Gegenständlichem.

Was dagegen spricht

Das Buch ist danach nicht mehr vollständig. Wer es im nächsten Jahr wieder verwenden will, hat ein Buch mit Lücken.

Bei zwei Kindern reicht ein Satz Briefe nicht. Für jedes Kind einen eigenen Brief bräuchte es zwei Bücher — oder Abschriften.

Es dauert. Vierundzwanzigmal ausschneiden ist zwar wenig Arbeit pro Mal, aber es ist Arbeit.

Die drei Wege

1. Heraustrennen. Der stärkste Effekt, der höchste Preis. Sinnvoll, wenn ihr nur ein Kind habt und das Buch ohnehin als Verbrauchsmaterial seht.

2. Abschreiben. Der Mittelweg, den die meisten wählen. Der Text ist fertig, ihr übertragt ihn auf kleines Papier. Dauert eine Minute, sieht handgeschrieben aus — was für ältere Kinder ein Argument ist, weil ein gedruckter Brief verdächtig wirkt. Und das Buch bleibt heil.

3. Vorlesen. Am schnellsten, am schonendsten, ohne Fundcharakter. Gut für Dreijährige, bei denen ohnehin vorgelesen wird.

Viele Familien mischen: die besonderen Tage heraustrennen oder abschreiben, die übrigen vorlesen.

Wenn ihr abschreibt

Drei Dinge machen den Unterschied:

Kleines Papier. Etwa A6 oder kleiner, gern Naturpapier oder mit kaltem Tee eingefärbt.

Gerissene Kanten. Am Lineal reißen statt schneiden. Die faserige Kante wirkt mehr als jede Verzierung.

Eine fremde Handschrift. Mit der anderen Hand schreiben, oder kleine Druckbuchstaben, oder ein dünner brauner Stift statt Kugelschreiber. Kinder kennen eure Schrift besser, als ihr denkt.

Der praktischste Rat: mehrere Briefe an einem ruhigen Abend vorschreiben. Dann ist die Schrift über Tage gleich, und abends bleibt nur das Hinlegen.

Wie es in unseren Büchern gelöst ist

3 Minuten Wichteltür-Ideen sieht beides vor: Die 24 Briefe stehen im Wortlaut da und sind so gesetzt, dass sie sich heraustrennen lassen — aber sie funktionieren genauso zum Vorlesen oder als Vorlage zum Abschreiben.

Jeder Brief hat ein Feld für den Namen eures Kindes und gehört zu einer konkreten Idee des Tages. Dazu über 40 Ideen, eine Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴 über jedem Tag, ein „ohne Material”-Zeichen und Notfallbriefe.

Zwei Ausgaben, mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele. Je 141 Seiten, alle farbig, 14,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8.

Ehrlich dazu: Wer heraustrennt, hat danach ein Buch mit Lücken. Wenn euch das stört, schreibt ab — der zeitliche Unterschied ist eine Minute pro Tag, und das Buch übersteht mehrere Jahre.