Der Wichtelblock: was er kann und was nicht
04. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Ein Wichtelblock ist ein Abreißblock mit vorgedruckten Briefen. Man reißt einen ab, legt ihn hin, fertig. Das ist die günstigste und schnellste Lösung von allen — und sie löst genau die Hälfte des Problems.
Der Block nimmt euch das Formulieren ab. Er nimmt euch nicht ab, sich zu überlegen, was der Wichtel eigentlich getan haben soll.
Was ein Wichtelblock gut kann
Er ist sofort einsatzbereit. Kein Ausschneiden, kein Abschreiben, kein Papier besorgen. Am
- Dezember aufschlagen und loslegen.
Er sieht einheitlich aus. Alle Briefe im selben Stil, dasselbe Papier, dieselbe Schrift. Über vierundzwanzig Tage wirkt das stimmiger als selbst geschriebene Zettel mit schwankender Handschrift.
Er ist günstig. Von allen Lösungen die mit dem niedrigsten Einstiegspreis.
Er verträgt sich mit eigenen Ideen. Wer die Streiche gern selbst erfindet und nur die Texte nicht jeden Abend neu formulieren will, ist damit richtig bedient.
Wo die Grenze liegt
Die zeigt sich meist in der zweiten Woche, und sie hat zwei Seiten.
Erstens: Die Briefe sind notwendigerweise allgemein. Ein vorgedruckter Text muss zu jeder denkbaren Situation passen — und passt deshalb zu keiner besonders gut. „Ich war heute Nacht da und habe an dich gedacht” funktioniert an jedem Tag und erzählt an keinem etwas.
Zweitens — und das ist der größere Punkt: Die Idee fehlt. Am 8. Dezember um halb zehn fehlt euch kein Brief. Es fehlt die Entscheidung, was passiert sein soll. Der Block hilft genau dort nicht.
Der Unterschied in einem Satz
Ein Brief, der zu einer Idee gehört, erzählt eine Geschichte:
Achtung, hier wird jetzt scharf beobachtet! Ich habe heute Nacht überall Augen verteilt — jetzt sieht dein ganzes Haus, wie lieb du bist. Zähl mal, wie viele Augenpaare dich heute anschauen.
Ein Brief, der zu allem passen muss, kann das nicht:
Guten Morgen! Ich hoffe, du hast gut geschlafen. Bis heute Abend!
Beides sind Wichtelbriefe. Nur einer davon macht den Morgen.
Block, Box oder Buch — die kurze Einordnung
| Wichtelblock | Wichtelbox | Tagesbuch | |
|---|---|---|---|
| Nimmt ab | das Formulieren | das Besorgen | beides |
| Braucht zusätzlich | Ideen und Material | Ideen | Tür, Figur, wenig Material |
| Reicht für | einen Advent | meist einen Advent | jedes Jahr wieder |
| Aufwand am Abend | Idee ausdenken | Idee ausdenken | aufschlagen |
Ausführlicher steht der Vergleich unter Wichtelbox oder Wichtelbuch.
Für wen sich ein Block wirklich lohnt
Drei Fälle, in denen er die richtige Wahl ist:
Ihr habt schon eine Ideenliste. Aus dem Vorjahr, von Pinterest, aus dem Kopf. Dann fehlt euch nur das Papier.
Ihr wichtelt zum zweiten oder dritten Mal. Nach einem Jahr wisst ihr, was bei euren Kindern ankommt. Die Ideen kommen dann fast von allein.
Ihr wollt klein anfangen. Ein Block kostet wenig. Wenn sich herausstellt, dass die Wichtelzeit bei euch nicht zündet, habt ihr wenig investiert.
Und wann er der falsche Kauf ist
Wenn ihr zum ersten Mal wichtelt und die Frage „was soll der Wichtel denn machen?” euer eigentliches Problem ist. Dann kauft ihr mit einem Block die Lösung für das kleinere der beiden Probleme.
Was die andere Hälfte löst
Unsere Bücher 3 Minuten Wichteltür-Ideen verbinden beides: Für jeden der 24 Tage steht da, was der Wichtel getan hat und was er dazu schreibt — auf derselben Seite.
- 24 Briefe im Wortlaut, jeder zu einer konkreten Idee, jeder mit Namensfeld
- Über 40 Ideen, viele davon ganz ohne Material
- Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴 über jedem Tag, samt Kosten und Alter
- Notfallbriefe für die Abende, an denen nichts mehr geht
- Alle 141 Seiten farbig, 14,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8
Zwei Ausgaben, mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele.
Ehrlich dazu: Ein Buch ist teurer als ein Block, und wer die Briefe heraustrennen will, zerschneidet es. Wer beides nicht will, nimmt den Block — und eine gute Ideenliste dazu.