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„Heute zieht ein Wichtel ein“ — der erste Morgen

05. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Ein Mädchen mit blauer Zipfelmütze kniet im Schnee vor einer roten Tür und legt kleine Kekse davor ab

Der Einzugsmorgen ist der wichtigste des ganzen Advents. Nicht weil er der aufwendigste sein müsste — im Gegenteil. Sondern weil sich hier entscheidet, ob euer Kind die Geschichte annimmt.

Drei Dinge müssen bereitliegen: die Tür, ein Brief und eine Spur. Mehr braucht es nicht. Wie die Reihenfolge funktioniert und was man besser lässt, steht hier.

Was am Abend davor passieren muss

Zwischen zehn und fünfzehn Minuten, einmalig:

1. Die Tür anbringen. Auf Kinderhöhe, dort wo morgens jemand vorbeikommt, nicht mitten im Weg. Anlehnen reicht meist — was worauf hält, steht unter Wichteltür anbringen.

2. Die Figur davorsetzen. Sitzend, mit etwas neben sich — einem winzigen Rucksack, einer Laterne — als wäre sie gerade angekommen.

3. Den Ankunftsbrief danebenlegen. Gefaltet, klein, mit dem Namen des Kindes.

4. Eine Spur legen. Ein paar Fußabdrücke aus Puderzucker, die von der Tür wegführen. Das ist der Teil, der beweist, dass jemand gegangen ist — stärker als jeder Gegenstand.

Das war’s. Kein Aufbau, keine Bastelei.

In welcher Reihenfolge Kinder es entdecken

Das lässt sich steuern, und es lohnt sich:

Zuerst die Spur. Sie fällt schon aus zwei Metern Entfernung auf und führt automatisch zur Tür. Legt sie deshalb dorthin, wo das Kind morgens ohnehin langgeht.

Dann die Tür und die Figur. Der Moment, auf den alles hinausläuft.

Zuletzt der Brief. Er beantwortet die Fragen, die in den ersten dreißig Sekunden entstehen — wer bist du, woher kommst du, wie lange bleibst du.

Wenn der Brief zuerst gefunden wird, ist die Reihenfolge umgekehrt und funktioniert auch. Nur sollte er nicht unter der Figur liegen, wo man ihn übersieht.

Was in den Ankunftsbrief gehört

Sechs bis acht Sätze, mehr nicht. Und darin vier Dinge:

  • Wer er ist und woher er kommt
  • Wie lange er bleibt — „bis Weihnachten”, damit die Frage später nicht kommt
  • Die Regeln, beiläufig — Tür bleibt zu, nicht anfassen, nachts unterwegs
  • Ein Ausblick — „bis morgen früh!”

So sieht er in unserer Fips-Ausgabe aus:

Hallo, du! Puuh — was für eine Reise! Den ganzen weiten Weg aus dem hohen Norden bin ich gereist, durch Schnee und Sternenlicht, bis zu meiner kleinen Tür bei dir. Jetzt bin ich da und bleibe bis Weihnachten. Bitte lass meine Tür immer zu und fass mich nie an, sonst schmilzt mein Zauber. Jede Nacht flitze ich zum Weihnachtsmann und erzähle ihm, wie fein du bist. Bis morgen früh — halt die Augen offen!

Zwei Sätze, drei Regeln — und keiner klingt nach Ansage. Ausführlich steht das unter Briefe vom Wichtel: der Ankunftsbrief.

Die drei Fehler am ersten Morgen

1. Zu groß anfangen. Der Wichtel, der am 1. Dezember eine Seilbahn quer durchs Wohnzimmer gebaut hat, steht am 3. Dezember vor einem Problem: Die Erwartung ist gesetzt, und dreiundzwanzig weitere Abende in diesem Format hält keine Familie durch.

2. Etwas, das Aufräumen bedeutet. Mehl auf dem Tisch, Klopapier durchs Wohnzimmer. Der Streich, der euch morgens zwanzig Minuten Wischen kostet, ist am zweiten Tag kein Spaß mehr.

3. Die Figur zum Anfassen freigeben. Wer die Regel am ersten Tag nicht setzt, bekommt sie später nicht mehr durch — und die Figur überlebt den 24. Dezember selten.

Und wenn das Kind Angst bekommt?

Kommt vor, besonders bei Dreijährigen. Die Vorstellung, dass nachts jemand im Haus war, ist nicht für jedes Kind zuerst schön.

Was hilft: den Wichtel klein und harmlos halten. Kein Verstecken am ersten Tag, keine Geräusche, nichts Umgeworfenes. Er sitzt sichtbar vor seiner Tür, er hat einen Brief geschrieben, er ist freundlich. Und wenn es gar nicht geht, zieht er eben wieder aus — auch dafür gibt es einen Brief.

Der zweite Morgen entscheidet den Rest

Der Einzug gelingt fast immer. Ob daraus ein Ritual wird, zeigt sich am 2. und 3. Dezember — wenn die erste Begeisterung weg ist und die Routine anfängt.

Plant deshalb von Anfang an so, dass ihr es durchhaltet: drei Minuten pro Abend, Material aus dem Haushalt, ein paar aufwendigere Ideen für die Wochenenden.

Genau dafür sind unsere Bücher gebaut. 3 Minuten Wichteltür-Ideen enthält für jeden der 24 Tage eine fertige Idee und den Brief dazu im Wortlaut, mit Namensfeld. Über jedem Tag steht eine Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴, ein „ohne Material”-Zeichen markiert alles, was nichts voraussetzt. Dazu Notfallbriefe für die Abende, an denen nichts mehr geht.

Zwei Ausgaben, mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele. Je 141 Seiten, alle farbig, 14,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8. Tür und Figur sind nicht dabei — was ihr sonst noch braucht, steht im Zubehör-Überblick.