Wichtel-Bastelbuch: was sich lohnt
24. September 2026 · 5 Min. Lesezeit
Bastelbücher und Wichteltür-Bücher werden oft in einem Atemzug genannt. Sie lösen aber verschiedene Probleme — und wer das eine kauft und das andere braucht, ist im Dezember unzufrieden.
Der Unterschied
Ein Bastelbuch liefert Projekte: Material, Anleitung, Schritt für Schritt. Zeitbedarf: eine halbe Stunde bis ein Nachmittag. Zielgruppe: ihr und das Kind, gemeinsam, am Wochenende.
Ein Wichteltür-Buch liefert Abende: was heute Nacht passiert sein soll, in drei Minuten umsetzbar, allein, wenn das Kind schläft.
Beides ist sinnvoll. Nur nicht dasselbe.
Wo ein Bastelbuch in die Wichtelzeit passt
Als Wochenendaktion. Der Wichtel legt abends Material und eine Anleitung bereit und schreibt dazu: „Ich schaffe das nicht allein. Hilfst du mir?” Am Samstag bastelt ihr, was er angefangen hat.
Für die Ausstattung. Möbel, Briefkasten, Fußmatte aus Pappe — selbst gemacht wirkt bei Kindern besser als gekauft, weil sie dabei waren.
Als Geschenk des Wichtels. Etwas, das er für das Kind gebastelt hat. Winzig und schief. Perfekt gearbeitete Dinge wirken gekauft.
Was nicht funktioniert
Bastelprojekte als Abendidee. Salzteig braucht Stunden zum Trocknen. Kleber braucht eine Nacht. Um halb zehn ist das keine Option.
Aufwendiges am Werktag. Nach dem dritten Bastelabend in Folge macht das niemand mehr.
Worauf ihr beim Kauf achtet
Zeitangaben. Ein Bastelbuch ohne Angabe, wie lange etwas dauert, ist im Advent unbrauchbar.
Material aus dem Haushalt. Projekte, für die ihr erst in den Bastelladen müsst, werden nicht gemacht.
Was mit dem Ergebnis passiert. Die besten Projekte ergeben etwas, das danach benutzt wird — eine Wichteltür-Fußmatte, einen Briefkasten. Nicht noch eine Deko-Figur.
Was sich am Küchentisch ohne Vorbereitung machen lässt, steht in Wichtel-Experimente für den Küchentisch.
Vier Projekte, die sich wirklich lohnen
Wenn ihr aus einem Bastelbuch etwas auswählt, dann Dinge, die danach benutzt werden. Diese vier haben sich bewährt:
Der Briefkasten. Eine Streichholzschachtel, rot angemalt, an die Wand neben die Tür. Damit entsteht ein Ort, an dem Post liegen kann — und das trägt vier Wochen, nicht einen Nachmittag.
Die Fußmatte. Ein Stück Filz, zurechtgeschnitten, mit dem Namen des Wichtels. Zehn Minuten, und sie liegt jahrelang vor der Tür.
Das Bett. Eine Streichholzschachtel mit einem Stück Stoff. Kinder bauen so etwas gern, und der Wichtel kann darin gefunden werden.
Der Steckbrief. Kein Basteln im engeren Sinn, aber das Beliebteste: Das Kind malt den Wichtel, wie es ihn sich vorstellt, und schreibt auf, was es über ihn weiß.
Wann ihr bastelt
Nicht abends. Kleber braucht eine Nacht, Farbe braucht Stunden.
Der Trick ist die Umkehrung: Der Wichtel legt abends das Material bereit und schreibt dazu, dass er Hilfe braucht. Gebastelt wird am nächsten Nachmittag — und das Ergebnis ist am Abend darauf Teil der Wichtelwelt. Damit bestreitet ein Bastelprojekt drei Tage statt einem.
Woher der Plan kommt
3 Minuten Wichteltür-Ideen — mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele: 24 fertige Briefe im Wortlaut mit Namensfeld, über 40 Ideen, eine Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴 über jedem Tag, ein „ohne Material”-Zeichen und Notfallbriefe für die Abende, an denen nichts mehr geht. 141 Seiten, alle farbig, 16,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8.