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Wichtel: der Brauch, die Regeln, der Ablauf

24. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Eine Wichtelfigur mit roter Mütze steht neben einer winzigen Tür an einer weißen Fußleiste

Wenn bei euch zum ersten Mal ein Wichtel einziehen soll, stehen drei Fragen im Weg: Woher kommt das, wie läuft es ab, und was muss man kaufen. Hier stehen alle drei Antworten an einem Ort.

Woher der Brauch kommt

Der Wichtel ist kein Weihnachtsmarketing, sondern ein Hausgeist aus der nordischen Überlieferung. In Dänemark und Norwegen heißt er Nisse, in Schweden Tomte, in Finnland Tonttu.

Er wohnt auf dem Hof, versorgt die Tiere und erledigt Arbeiten — solange man ihn gut behandelt. Einmal im Jahr bekommt er eine Schale Brei. Bleibt sie aus, verschwinden Dinge und tauchen an seltsamen Orten wieder auf.

Genau das ist der Ursprung der Wichtelstreiche. Die kleine Tür stammt aus Dänemark, wo sie Nissedør heißt.

Ausführlicher steht das in Nisse, Tomte, Wichtel: woher er kommt.

Wie eine Wichtelzeit abläuft

Der Einzug. Ende November oder am 1. Dezember. Eine kleine Tür erscheint an einer Fußleiste, und am Morgen liegt ein Zettel davor.

Die Wochen dazwischen. Jeden Morgen ist etwas passiert — meistens winzig. Der Wichtel sitzt woanders. Drei- bis viermal pro Woche kommt ein Brief.

Der Abschied. Am 23., besser nicht am 24. — am Heiligabend geht alles unter, was nicht unter dem Baum liegt.

Das ist die ganze Struktur. Alles andere ist Ausschmückung.

Die Regeln

Ohne Regeln zerfasert die Sache nach einer Woche. Die wichtigsten drei:

  • Der Wichtel wird nicht umgesetzt — er sucht sich seinen Platz selbst.
  • Er kommt nur, wenn alle schlafen.
  • Er nimmt nichts mit, was jemandem gehört.

Die vollständige Fassung steht in Die fünf Wichtel-Regeln zum Aufhängen.

Was ihr braucht

Drei Dinge, mehr nicht:

Eine Tür, die hält, ohne dass ihr bohrt. Eine Figur mit biegsamen Armen und Beinen — sie kann dann sitzen, klettern und etwas halten. Einen Plan für 24 Abende.

Dazu ein wenig Kleinkram: Wackelaugen, ein abwischbarer Kreidestift, etwas Streudeko. Zusammen unter zehn Euro.

Was sich lohnt und was warten kann, steht in Wichtel-Einsteigerset: die erste Ausstattung.

Woran es meistens scheitert

Nicht am Material. Am achten Dezember um halb zehn abends, wenn die Tür an der Wand klebt, die Figur auf dem Regal sitzt und niemandem etwas einfällt.

Dagegen hilft nur, vorher zu entscheiden statt abends. Ein Zettel mit 24 Stichworten am Kühlschrank reicht schon — und zwei fertige Notfallbriefe in der Schublade für die Abende, an denen wirklich nichts mehr geht.

Die häufigsten Fragen beim ersten Mal

Wann zieht er ein? Ende November oder am 1. Dezember. Ein, zwei Tage vor dem Adventskalender ist besser, sonst konkurrieren beide um denselben Morgen.

Muss jeden Tag etwas passieren? Ja, aber fast immer winzig. Der umgesetzte Wichtel reicht als ganzer Tag. Briefe braucht es nur drei- bis viermal pro Woche.

Was, wenn wir einen Abend vergessen? Dann ist er erkältet und bleibt hinter der Tür. Zwei fertige Zettel in der Schublade retten das — schreibt sie im November.

Darf das Kind die Figur anfassen? Das entscheidet ihr. Die freundlichere Regel lautet: anfassen ja, umsetzen nein. „Er sucht sich seinen Platz selbst.”

Ab welchem Alter? Etwa ab drei. Davor fehlt das Gedächtnis von einem Tag zum nächsten.

Wann geht er wieder? Am 23. — am Heiligabend geht alles unter, was nicht unter dem Baum liegt.

Der Fehler, den fast alle im ersten Jahr machen

Zu groß anfangen. Am ersten Morgen kommen Brief, Spur, Koffer und Laterne zusammen, und an Tag drei wirkt ein umgesetzter Wichtel wie zu wenig.

Fangt klein an. Die Wichtelzeit lebt davon, dass sie vier Wochen trägt — nicht davon, dass der erste Tag beeindruckt.

Woher der Plan kommt

3 Minuten Wichteltür-Ideen — mit dem Wichtel Fips und der Wichtelin Nele: 24 fertige Briefe im Wortlaut mit Namensfeld, über 40 Ideen, eine Aufwand-Ampel 🟢🟡🔴 über jedem Tag, ein „ohne Material”-Zeichen und Notfallbriefe für die Abende, an denen nichts mehr geht. 141 Seiten, alle farbig, 16,99 €, für Kinder von etwa 3 bis 8.